Köln (pte/04.10.2010/13:55) - Die deutsche Tochter http://admiraldirekt.de des britischen Auto-Direktversicherers Admiral Group kann im aggressiven Preiskampf nicht länger mithalten und gibt auf. Wie die Financial Times Deutschland heute, Montag, schreibt, sucht die Muttergesellschaft nach nur drei Jahren in Deutschland nun einen Käufer. Der Bestand umfasst 31.300 versicherte Fahrzeuge. Insider bezweifeln jedoch, dass Admiral einen ernsthaften Interessenten findet.
Prämienvolumen sinkt
Die Kapitulation von Admiral in Deutschland kommt für Brancheninsider nicht überraschend und ist dem jahrelang geführten Verdrängungswettbewerb geschuldet. Die aktuellen Zahlen verdeutlichen diese Entwicklung. Nahmen Auto-Direktversicherer 2004 noch 22,5 Mrd. Euro an Prämien in Deutschland ein, so waren es 2009 nur mehr 20,1 Mrd. Euro - und das, obwohl die Zahl der Fahrzeuge kontinuierlich angestiegen ist. Admiral will nun die Optionen prüfen.
Vor allem Konkurrent HUK-Coburg http://huk.de , der mit rund 8,5 Mio. versicherten Autos in diesem Jahr den bisherigen Marktführer Allianz ablösen dürfte, macht Admiral das Leben schwer. Dass HUK-Coburg Admiral ein Dorn im Auge ist, wurde bereits im Geschäftsbericht 2009 deutlich. Damals griff Admiral-Chef Henry Engelhardt den Rivalen persönlich an: "Die wirkliche Macht im Markt ist HUK-Coburg, ein übereffizienter Versicherungsverein."
Marktbereinigung erwartet
Auch wenn Admiral Vertriebskosten niedrig hält sowie nur über Internet und Telefon arbeitet, drücken das Unternehmen die hohen Anschubkosten. Das Schicksal Admirals ist jedoch nicht das einzige. Auch wurde der niederländische Versicherer International Insurance Corporation, der mit den Handelsmarken Ineas und Ladycar Online in Deutschland tätig war, im Juni 2010 insolvent. Sollte es 2011 schlechte Zahlen geben, wird es weitere Konsolidierungen geben, schätzen Analysten.
Dass Deutschland ein Haifischbecken ist, zeigt sich beim Vergleich der Prämien von Admiral in Deutschland und den Einnahmen des Konzerns. Während der Admiral-Gesamtkonzern bei Prämien von 1,1 Mrd. Pfund (rund 1,27 Mrd. Euro) einen Rekordgewinn von 216 Mio. Pfund eingefahren hatte, musste die Deutschland-Tochter bei Prämien von knapp 14 Mio. Pfund ein Defizit von fünf Mio. Pfund vermelden. In England beträgt der Marktanteil sieben Prozent.
(Ende)
[ Quelle: http://pressetext.com/news/101004023/ ]
Fotohinweis: Unfallwagen: Admiral ist Preisdruck nicht mehr gewachsen (Foto: pixelio.de, Manfred Mazi)