Wien (pte/21.06.2010/12:05) - Wie jedes Jahr zur Reisezeit warnen Experten vor der erhöhten Gefahr von Verkehrsunfällen in den Urlaubsländern. Eine aktuelle Studie des VCÖ http://www.vcoe.at hat gezeigt, dass zum Beispiel in Kroatien das Risiko eines tödlichen Unfalls doppelt so hoch ist wie in Österreich. Aber auch in anderen Reisezielen wie etwa in Polen, Griechenland, Tschechien und Ungarn ist die Gefahr eines tödlichen Verkehrsunfalls deutlich höher.
Rund 3,6 Mio. Urlaubsreisen unternehmen die Österreicher jährlich mit dem Auto. "Im Vorjahr gab es in Österreich 76 Verkehrstote pro einer Million Einwohner", so Verkehrsexperte Martin Blum vom VCÖ im pressetext-Interview. "Die VCÖ-Untersuchung macht aber auch deutlich, dass das Risiko überhaupt einen Verkehrsunfall zu haben, nur in Slowenien höher ist als in Österreich." In der Alpenrepublik gebe es deswegen sehr viele Verkehrsunfälle, weil die Tempolimits im Vergleich zu anderen EU-Ländern deutlich höher sind. "Außerdem lässt die Verkehrskultur der Österreicher immer noch zu wünschen übrig", so Blum.
Musterländer Dänemark und Deutschland
"Der in den 70er-Jahren in Deutschland eingeführte ausgeklügelte Punkteführerschein hat zu einem besseren Verkehrsklima geführt", so Blum. Das schlage sich auch deutlich auf die Unfallstatistik nieder. Nicht nur die Zahl der Verkehrstoten ist niedriger sondern auch die Zahl der Unfälle. Während in Österreich im Vorjahr pro Million Einwohner 4.455 Verkehrsunfälle mit Personenschaden passierten, waren es in Deutschland 3.791 und in der Schweiz nur 2.623.
Das Land mit den wenigsten Verkehrsunfällen ist Dänemark. "Im Vergleich zu Dänemark ist in Österreich das Unfallrisiko sechs mal so hoch", so Blum. Am wenigsten tödliche Verkehrsunfälle pro Million Einwohner gibt es in den Niederlanden, gefolgt von Schweden, Großbritannien und der Schweiz. Auch in Deutschland, Norwegen und Frankreich ist die Gefahr eines tödlichen Verkehrsunfalls niedriger.
Besondere Vorsicht beim Autofahren
"Viele der Staaten mit so hohen Opferzahlen stehen dort, wo Österreich in den 70er-Jahren gestanden ist", meint Blum. "Die hohen Opferzahlen in den Staaten Osteuropas sind auf die sehr schnelle Motorisierung zurückzuführen." Der bessere Umgang der einzelnen Verkehrsteilnehmer miteinander werde allerdings auch dort in Zukunft zu einer Verringerung der Opferzahlen führen.
Der VCÖ empfiehlt in fremden Ländern besonders aufmerksam zu fahren. Weiters sei angebracht, Tempolimits einzuhalten, ausreichend Abstand zu halten, auf riskante Überholmanöver zu verzichten, keinen Tropfen Alkohol zu trinken und beim Autofahren nicht zu telefonieren. Besondere Sorgfalt sollte man auch in außereuropäischen Ländern hinter dem Steuer pflegen.
Der Hamburger Mediziner Gerd Burchard http://www.bnitm.de vom Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin warnte bei der Northern European Conference on Travel Medicine (NECTM) vor den unterschätzten Gefahren von Verkehrsunfällen. Weltweite Überwachungsnetzwerke machen das deutlich. Insbesondere schlechte Straßeninfrastruktur und zum Teil mangelhafte Fahrzeuge führen zu horrenden Unfallstatistiken mit hohen Opferzahlen.
(Ende)
[ Quelle: http://pressetext.com/news/100621014/ ]
Fotohinweis: Autofahren ist immer noch gefährlich (Foto: Erich Kasten/pixelio.de)