Shanghai (pte/25.03.2010/13:50) - Leichte Mini-Elektroautos könnten schon in wenigen Jahren die Fortbewegung in Großstädten revolutionieren. Diese Vision zeichnet zumindest General Motors mit seinem experimentellen Autokonzept EN-V (Electric Networked Vehicle), das gestern, Mittwoch, auf der World Expo 2010 in Shanghai präsentiert wurde. Damit unterstrich der Autokonzern einmal mehr, dass er beim Thema Elektroautos in den kommenden Jahren und Jahrzehnten neue Akzente setzen will (pressetext berichtete: http://www.pressetext.com/news/100127003/ ).
1,5 Meter lang, 500 Kilogramm schwer
Bei dem in drei Designvarianten vorgestellten Prototypen handelt es sich um ein nur 1,5 Meter langes und 500 Kilogramm leichtes Elektroauto, das mit modernster Netzwerktechnologie und Sensorik ausgestattet ist und auch selbstständig navigieren kann. Das zweisitzige Gefährt schafft gerade einmal 40 km/h und weist mit seinen Lithium-Ionen-Akkus derzeit auch nur eine Reichweite von 40 Kilometern pro Aufladezyklus auf. Parkprobleme, Luftverschmutzung und Autolärm sollen damit aber der Vergangenheit angehören.
"Bis 2030 werden mehr als 60 Prozent der Weltbevölkerung in Städten leben. Schon jetzt ist es aber so, dass Autofahren in dicht besiedelten Städten keine besonders praktische Art ist, um sich fortzubewegen", erklärt GM-Zukunftsforscher Chris Borroni-Bird. General Motors vergleicht die Entwicklung im Autosegment mit der Computerbranche. "PCs in den 80er-Jahren waren groß und ohne Netzwerk-Verbindungen. EN-V kann in dieser Hinsicht mit den 3G- und WLAN-fähigen Smartphones und anderen mobilen Geräten verglichen werden, welche die Menschen rund um die Uhr miteinander verbinden", so Borroni-Bird.
GPS, WLAN und Sensorik
Aufgrund der eingebauten Sensorik, Fahrzeug-zu-Fahrzeug-Kommunikation und GPS-Technologien soll das Fahrzeug in der Lage sein, selbstständig und sicher zu fahren. Auch Staus und überlastete Routen sollen durch die Echtzeitanbindung an Verkehrsdatenströme vermieden werden. Die integrierte Abstandsmessung verhindert Unfälle und Zusammenstöße mit anderen Fahrzeugen oder Personen, während die Insaßen über WLAN und mobiles Internet sich mit der Außenwelt verbinden können.
General Motors glaubt, dass das Fahrzeugkonzept eine neue Fahrzeugkategorie zwischen elektrifizierten Fahrrädern und Kleinwagen begründen könnte. Vor allem für Städte wie Mumbai und Shanghei, wo die Fortbewegung mittels Fahrrad und zu Fuß stärker das Stadtbild bestimmen, stelle das EN-V ein zukunftsweisende Mobilitätsalternative dar, so Borroni-Bird.