Los Angeles/Essen (pte/11.02.2010/13:55) - Nach defekten Gaspedalen und Software-Problemen bei den Bremsen droht dem japanischen Automobilhersteller Toyota http://www.toyota.com nun eine Klagewelle in den USA. Weil erboste Toyota-Fahrer einen Wertverlust der zurückgerufenen Fahrzeuge befürchten, werden derzeit Sammelklagen vorbereitet. Bereits in 30 Bundesstaaten sollen Privatpersonen Beschwerden eingereicht haben, heißt es von einem Rechtsanwalt, der die Hälfte der rund 40 Klagen betreut. Neben dem Imageschaden könnten auf Toyota somit weitere hohe Kosten zukommen.
Vergleich besser für Image
"Dass sich an die Pannenserie bei Toyota nun auch juristische Auseinandersetzungen reihen würden, war nicht zuletzt angesichts der zu beklagenden Todesfälle in den USA zu erwarten gewesen", erläutert Automobilexperte Ferdinand Dudenhöffer von der Universität Duisburg-Essen http://www.uni-due.de gegenüber pressetext. Dem Insider nach wäre das Unternehmen gut damit beraten, mit den Geschädigten Kontakt aufzunehmen und sich außergerichtlich zu einigen. "Lange Prozesse und viel Presse kann Toyota nicht gebrauchen", sagt Dudenhöffer.
Knapp vier Mrd. Dollar Kosten
Aus Branchenkreisen heißt es unterdessen, dass die vermutlich als Sammelklage vorbereiteten Rechtsforderungen Toyota über zwei Mrd. Dollar kosten könnten. Ob die Klagen tatsächlich zugelassen werden, entscheidet sich in einer Anhörung am 25. März vor einem Bezirksgericht in San Diego. Das Unternehmen hält sich über die neuerlich drohende Kostenlawine bislang zurück. "Sollte es dazu kommen, dass Milliarden gezahlt werden müssen, wird man in den sauren Apfel beißen müssen. Eine hohe Belastung", so Dudenhöffer im pressetext-Gespräch.
In den vergangenen Wochen hatte der einstige Branchenprimus rund 8,5 Mio. Autos zurück in die Werkstätten rufen müssen. Die Kosten für diese Maßnahme inklusive verpasster Verkäufe hatte Toyota selbst auf 1,93 Mrd. Dollar geschätzt. Nach klemmenden Gaspedalen musste man zuletzt auch softwaretechnische Bremsenprobleme beim Hybridmodell Prius eingestehen. Allein in Deutschland mussten deshalb 4.000 Autos des Typs Prius überprüft werden - betroffen sind vor allem Autos der dritten Generation zwischen April 2009 und Januar 2010.