Tokio/Paris/Frankfurt (pte/03.12.2009/11:30) - Der französische Autoriese PSA http://www.psa-peugeot-citroen.com , zu dem Peugeot und Citroën gehören, verhandelt mit dem japanischen Rivalen Mitsubishi über einen Einstieg von bis zu 50 Prozent. Die Ankündigung ließ den Aktienkurs von Mitsubishi in kürzester Zeit auf bis zu 22 Prozent in die Höhe schnellen. Obwohl Mitsubishi den Konkurrenz- und hohen Absatzdruck spürt und Partner wichtiger werden, kommen die PSA-Vorhaben überraschend. Börsianer spekulieren vor allem auf die Weiterentwicklung von Elektroautos für Europa.
PSA als Rettungsanker
"Mitsubishi befindet sich aufgrund seiner übersichtlichen Größe in der Bredouille und ist ein schwacher Übernahmekandidat mit Qualitätsproblemen. Auf PSA kämen in jedem Fall hohe Restrukturierungskosten zu", so Jürgen Pieper von Metzler Equities http://www.metzler.com auf Nachfrage von pressetext. Dem Brancheninsider zufolge nutzt den Japanern gegenwärtig eine Partnerschaft. Obwohl nicht jede Zusammenarbeit generell zu befürworten ist, sei PSA im konkreten vorliegenden Fall für Mitsubishi "ein willkommener Kooperationspartner".
Einstieg bis zu 50 Prozent
Wie das japanische Blatt Nikkei unter Berufung auf Verhandlungskreise schreibt, befinden sich beide Parteien derzeit in intensiven Gesprächen. Dabei werde PSA zufolge über verschiedene Möglichkeiten einer zukünftigen - auch strategischen - Kooperation gesprochen. "Eine Fusion ist nur eine von vielen Optionen", zitiert hingegen das Wall Street Journal einen Mitsubishi-Motors-Sprecher, der jedoch nichts weiter zum finanziellen Umfang sagen wollte. Medienberichten nach erwägt PSA die Übernahme eines 30- bis 50-prozentigen Anteils bei Mitsubishi. Die Japaner würden dafür neue Wertpapiere über 1,5 bis 2,3 Mrd. Euro ausgeben.
Reduzierung von Überkapazitäten wichtig
Die Suche nach einem strategischer Partner für Mitsubishi wird in Fachkreisen als dringende Maßnahme gesehen. "Der Konzern hatte sich nie wirklich von der Lösung aus dem Verbund der damaligen DaimlerChrysler-Gruppe im Jahr 2005 erholt", verdeutlicht Pieper gegenüber pressetext. Autoexperte Peter Fey von der Unternehmensberatung Dr. Wieselhuber & Partner http://www.wieselhuber.de sieht dies ähnlich. "Ein Einstieg ist auch im Sinne einer Restrukturierung ernst zu nehmen. Das trifft vor allem auf Mitsubishi als Massenhersteller in Hinblick auf die Reduzierung von Überkapazitäten zu", erklärt Fey im pressetext-Gespräch.