Wien (pte/13.01.2010/11:45) - Erstmals seit dem Jahr 1996 wurden im abgelaufenen Jahr 2009 in Österreich mehr Benzin- als Diesel-Pkw neu zugelassen, berichtet der Verkehrsclub Österreich (VCÖ) http://www.vcoe.at . Dennoch könnte die Neuwagenflotte wesentlich klimafreundlicher sein, da nur 0,5 Prozent der neu zugelassenen Pkw einen alternativen Antrieb vorweisen. Der VCÖ spricht sich daher für verbesserte Rahmenbedingungen zum Kauf emissionsarmer Pkw aus und fordert eine Klimaschutzabgabe auf Treibstoffe.
Der durchschnittliche Verbrauch der Neuwagenflotte beträgt den VCÖ-Recherchen zufolge noch immer mehr als sechs Liter pro 100 Kilometer. "Dieser hohe Verbrauch belastet nicht nur die Geldbörse, sondern auch die Umwelt. Vom Drei-Liter-Auto ist man derzeit weit entfernt", so VCÖ-Experte Blum. Geradezu blamabel ist der Anteil der alternativen Antriebe bei den Neuzulassungen. Nur 0,5 Prozent der neuen Pkw haben einen Hybrid-, Elektro- oder Erdgas-Antrieb. Damit ist der Anteil sogar niedriger als im Jahr 2008 (0,6 Prozent).
Diesel-Boom vorbei
Der Diesel-Boom scheint endgültig vorbei zu sein, wie Blum bestätigt: "Diese Trendwende ist erfreulich, denn die Dieselabgase enthalten deutlich mehr giftige Schadstoffe. Wenig erfreulich ist jedoch, dass die Klimabilanz der Neuwagenflotte nach wie vor schlecht ist", so Blum.
Die heute präsentierte Treibhausgasbilanz für das Jahr 2008 zeigt, dass der Verkehr Österreichs Sorgenkind beim Klimaschutz ist. In keinem anderen Sektor sind die Emissionen gegenüber dem Jahr 1990 so stark gestiegen. "Damit auch der Verkehr seinen Beitrag zum Klimaschutz leistet, sind politische Maßnahmen notwendig. Eine ökologische Steuerreform ist das Gebot der Stunde", betont Blum.
"NoVa-Deckelung aufheben"
Der VCÖ fordert daher bessere Rahmenbedingungen zum Kauf von emissionsärmeren Pkw. "Wer einen Pkw mit hohem Spritverbrauch fährt, verursacht mehr CO2 und belastet damit Klima und Luftqualität. Klimakosten, die von Autos mit hohem Verbrauch verursacht werden, sind von den Verursachern zu tragen", spricht sich Blum für eine rasche Ökologisierung der Steuern aus. Wesentlich ist eine Klimaschutzabgabe auf Treibstoffe. Zudem wird eine Verbesserung der Normverbrauchsabgabe (NoVA) gefordert, eine Aufhebung der bestehenden Deckelung bei der NoVA sei hier das Ziel.