Berlin (pte/01.02.2011/11:15) - Zusätzlich zum aktuellen Tarifstreit hat die Deutsche Bahn http://www.deutsche-bahn.de nun auch noch mit einem Rückschlag im Ausland zu kämpfen. Die Ursache sind anhaltend hohe Verluste der britischen Bahngesellschaft Wrexham & Shrophire, an der die Deutschen über ihre England-Tochter Laing Rail 50 Prozent halten, berichtet die Süddeutsche Zeitung. "Die von der Einstellung betroffenen Kunden können ihre Tickets beim Anbieter Virgin Trains weiterverwenden", so ein Deutsche-Bahn-Sprecher gegenüber pressetext.
Selbst Konkurrenz gemacht
Die von der Gesellschaft eingestellte Fernverkehrstrecke zwischen London und Wrexham im Nordosten von Wales soll zu wenig ausgelastet gewesen sein, um profitabel zu wirtschaften. "Es waren einfach zu wenige Fahrgäste und daher eine wirtschaftliche Entscheidung", räumt der Bahn-Sprecher ein. Die Einschätzung bestätigt sich anhand der Verluste, die sich allein für 2010 auf 2,8 Mio. Pfund (3,26 Mio. Euro) summieren.
Experten machen für die finanzielle Misere auch das Deutsche-Bahn-Management verantwortlich. Denn mit dem Kauf des Transportunternehmens Arriva im August 2010 für 2,8 Mrd. Euro hat sich der Konzern selbst Konkurrenz gemacht. "Arriva ist ebenfalls in der Region tätig, agiert jedoch lediglich auf Teilstrecken und war daher keine Konkurrenz", heißt es auf pressetext-Nachfrage. Die Investitionen aller Eigner an Wrexham & Shrophire belaufen sich seit 2008 auf rund 15 Mio. Euro.
Trotz Angebotsreduzierung unprofitabel
Wrexham & Shropshire-Chef Adrian Shooter zufolge hat keine Aussicht bestanden, jemals kostendeckend zu arbeiten. In einer offiziellen Stellungnahme heißt es jedoch, dass die Firma nicht insolvent ist und alle finanziellen Verbindlichkeiten bezahlt werden. Zudem bemüht sich das Unternehmen um alternative Arbeitsmöglichkeiten für die 55 Angestellten bei Arriva.
Die Deutsche Bahn hatte Laing Rail Anfang Januar 2008 für 170 Mio. Euro gekauft. Der erste große Auslandskauf war damals als "Quantensprung" bezeichnet worden. Denn die DB-Chefs konnten so die im Inland stagnierende Personenverkehrssparte ausbauen. Der aktuelle Rückschlag war selbst mit einer Reduzierung auf drei Verbindungen täglich nicht aufzuhalten.
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[ Quelle: http://pressetext.com/news/110201014/ ]
Fotohinweis: Zug: Mit Vollgas in die Unprofitabilität (Foto: pixelio.de, Andrea Kusajda)